Ich und Du, Müllers Kuh

oder
Helmut Kohl endlich wegsperren?

Ich fand´s ja immer ziemlich daneben, über „die Politiker“ zu schimpfen, aber mal ehrlich: fühlen Sie sich seit der letzten Wahl nicht auch tierisch verarscht?

Da haben „die“ eine große Koalition und schaffen es nicht, die Reformen die unser Land dringend braucht endlich auf die Beine zu stellen. Mag sein, dass diese Reformen einigen weh tun würden, aber wird es dadurch besser nix zu machen? Na gut, die guten Damen und Herren tun ja was: bei denen sparen, die keine Lobbyisten nach Berlin schicken und die sich nicht gut wehren können und: flickschuhstern – ich sag nur „Gesundheitsreform“!!! Was ist das für eine große Koalition?

Eine „Ich-bring-meine-Schäfchen-ins-Trockene“ Vereinigung?

Und die noch viel wichtigere Frage: Was können wir eigentlich tun?

Mein Vorschlag:

Zuerst werden wir A. Merkel und F. Müntefering wegen öffentlicher Falschaussage (Angie: „Wir sind ja so ehrlich und sagen: die Mehrwertsteuer wird auf 18% erhöht“; Münte: „Mit uns wird es keine Erhöhung der Mehrwertsteuer geben“), Beeinflussung der öffentlichen Meinung zum Selbsterhaltungszweck und Missachtung des öffentlichen Auftrages vor Gericht stellen.

Wäre doch gut, wenn in Zukunft die Wahrheit und die Zukunft der Menschen Inhalt des Wahlkampfes wäre, oder?

Und wenn sich dann in der Politik der Umgang mit den Menschen verändert hat, also wenn das Volk (demo), seine Interessen, seine Umwelt, sein Wille herrscht (kratie), dann ist das doch ein deutliches Signal an die Menschen, dass nur Ehrlichkeit, Offenheit und ein friedlicheres Miteinander eine Chance hat.

Was für ein Gedanke!

Roland Koch nimmt seinen Hut, weil er seine eigenen Märchen nicht mehr glauben kann, Edmund „ik bin ein Berliner“ Stoiber kann sich zwar nicht recht entscheiden, macht aber dann doch Platz für einen, der äh, äh, wenn also, äh am Hauptbahnhof der Flug beginnt, äh, ich meine, äh, das Alter der äh, die, äh Nachzugsalter, äh, ich wollte sagen äh, einen den die Belange der Menschen interessieren.

Peer Steinbrück lebt fortan solidarisch von Hartz IV, Ulla Schmidt unterwirft sich endlich einem Schweigegelübde, Herr Rüttgers zieht sich mit Klappergebiss und einer asiatischen Frau ins Private zurück und macht kleine Inder, äh Kinder (die schon mit 5 Computersoftware erstellen) und Guido (Sch)Westerwelle kauft sich endlich auch einen Fallschirm.

Helmut Kohl entschuldigt sich, dass er den Schwur auf das Volk gebrochen hat und bevor er wegen schlechter Sozialprognose weggesperrt wird packt er endlich die Namen der „Spender“ (oder wollen wir sie Bestecher nennen?) aus.

Gut, wenn dann der ganze Filz, die Korruption, die Vetternwirtschaft und das Geklüngel zwischen Politik und Wirtschaft aufgelöst wird, ist Bayern kurzzeitig anarchistische Zone, da alle Ämter, Posten und Verwaltungsbereiche neu besetzt werden müssen. Es entsteht ein kurzfristiger Engpass. Die CSU hinterlässt ein Vakuum, man könnte auch sagen: ein schwarzes Loch …

Natürlich haben Sie Recht: es ist ein Traum.

Und natürlich wissen wir auch, dass es leider nicht passieren wird.

Und natürlich bleibt alles wieder an uns hängen, den Umgang miteinander zu verändern …

Aber mal ehrlich: was erwarten wir von jungen Menschen, die in dieser Gesellschaft des Ichs, des Profits, der sozialen Kälte, der faulen Kompromisse, des Leistungsdrucks … aufwachsen? Dass sie sich mit ihren Fehlern und Schwächen annehmen?

Doch nur das ist die Vorraussetzung, dass sie andere annehmen, oder zumindest „sein lassen“ können.

Tja, und dann sollen wir es wieder richten …

Aber wir sollten die Sache mit Angie und Münte im Auge behalten …

März 2006

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